Denken wie eine Einzelkämpferin?

Ich beziehe mich auf Mitarbeiterinnen in Unternehmen, Ämtern, Verbänden oder anderen Organisationen. 

Damit starte ich eine kleine Serie zum Thema

Von der Einzelkämpferin zur Netzwerkerin.

Als Einzelkämpferin denken viele vielleicht:

  • Mir wird viel Verantwortung aufgehalst. Ständig kommt jemand und meint, ich könnte das tun. „Sie machen das so gut!” höre ich dann. Stimmt – und ich bin stolz darauf.
  • Ich fühle mich für viele Vorgänge zuständig. Schließlich muss irgendwer die Fäden in der Hand halten. Macht ja sonst niemand!
  • Zeit, mich lange mit Meetings aufzuhalten, habe ich nicht.
    Meistens bin ich die letzte, die in den Raum huscht, wo alle schon ihren Platz eingenommen haben. Manchmal muss ich nach einem freien Platz suchen. Irgendwo am Rande.
  • Dann sitze ich da und überlege, was ich in der Zeit alles erledigt hätte. Diese ewigen Wiederholungen, das Sich-gegenseitig-Beweihräuchern. Ich hätte das längst entschieden und umgesetzt. Die ticken anders als ich.
  • Ich bin die erste, die wieder an ihrem Arbeitsplatz sitzt. Ich habe keine Zeit zum Quatschen. Die Kollegen und Kolleginnen stehen da rum und reden und reden, worüber ist mir nicht klar. Die schauen mich auch nicht an. Anscheinend bin ich Luft für sie – außer, wenn sie Arbeit auf mich abschieben. Ich könnte meine Arbeit nicht schaffen, wenn ich wie sie im Flur stehen und quatschen würde.
Als Einzelkämpferin arbeitet eine Frau am Schreibtisch, die Kollegen unterhalten sich.
(c) Gerda Laufenberg, Köln
  • Als Einzelkämpferin arbeite ich in den Pausen oft durch, um alle Termine pünktlich einzuhalten – auf mich sollen sich alle verlassen! Nebenher in der Pause kurz in etwas beißen, das reicht mir. Die anderen sitzen in der Kantine und reden wahrscheinlich darüber, was in der Firma demnächst ansteht oder was für neue Ideen der Chef hat. Alles Geschwafel!
  • Alle wollen zur Fortbildung. Ich glaube, sie machen sich dort einen schönen Lenz. Wenn sie zurück sind, verändert sich sowieso nichts.
  • Jetzt wurde ein Kollege befördert. Ich habe ihm die Texte und Berichte geschrieben! Er hat sie nur vorgetragen! Wie ungerecht!
  • Abends treffen sich die Kollegen auch noch und trinken was zusammen. Ne, dazu habe ich keine Lust – und klar: keine Zeit. Ich treibe stattdessen Sport, damit ich fit bleibe und am nächsten Morgen gestärkt ins Büro komme.
  • Die anderen sollten sich an mir ein Vorbild nehmen und der Chef könnte dankbarer sein. Als Einzelkämpferin werde ich nicht genug gewürdigt.

Sehen Sie sich als Einzelkämpferin oder nicht?

Können Sie diese Liste mit Ihren eigenen Erfahrungen oder Beobachtungen ergänzen?

Schreiben in das Kommentarfeld – ich freue mich! Unter allen, die bis zum 25. August 2018 einen Kommentar hinterlassen, verlose ich zwei von meinen Klüngel-Büchern.

Im nächsten Beitrag zu der Reihe „Von der Einzelkämpferin zur Netzwerkerin” gebe ich Tipps, wie Kolleginnen mit den Einzelkämpferinnen umgehen können.

 

 

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